Kunst gegen Leerstand - Teil 1

Wie erkennt man, ob ein Stadtteil langsam aber sicher an Qualität verliert? Was macht einen Stadtteil attraktiv? Ein sicheres Indiz zu erkennen, ob ein Stadtteil an Potenzial verliert, ist der schleichende, aber größer werdende Leerstand an gewerblichen Objekten, also wenn Geschäfte schließen und dann nicht schnell wieder belegt werden. Leerstandsimmobilien zeigen für jedermann sichtbar den aktuellen "Marktwert" eines Stadtteils an.

Ich wohne in Essen-Rüttenscheid, nur wenige Straßen von der Stadtteilgrenze nach Essen-Holsterhausen entfernt. In Holsterhausen sieht man aktuell etliche leerstehende Immobilien,  in der Hauptstrasse - der Gemarkenstraße - aber auch in den Nebenstraßen. Das sieht nicht nur unschön aus, es zeigt einen beginnenden Abwärtstrend und es wird auch für die bestehenden anderen Geschäfte zum Problem. Finden die Leute zu wenig Angebot und kein attraktives Einkaufsumfeld, bleiben sie einfach weg und suchen sich ein anderes Angebot. Und ein schönes, großes Angebot ist nur wenige Minuten entfernt vorhanden.

Kunst kann die bestehenden Leerstände nicht auffangen, sie kann kein "Ersatzprodukt" sein, um hier ein gleichbedeutendes, wirtschaftliches Angebot zu bieten. Doch Kunst kann emotional berühren und das Einkaufserlebnis aufwerten. Eine Initiative, gestartet von Harry Hagen aus Holsterhausen, geht nun den Weg, Leerstandsimmobilien durch Künstler temporär zu nutzen, indem die Schaufenster als Galeriefenster eingesetzt werden.

André Münz und ich haben uns gleich aufgeschlossen gezeigt und unsere Mithilfe bei diesem Projekt angeboten. Wir wollen unsere Fotografien in leerstehenden Geschäften zeigen. Ein, zwei geeignete Geschäfte waren schnell gefunden.

Und wie es dann weiter geht, das erfahrt ihr im weiteren Verlauf dieses Blog.

...to be continued

 

#wirsindholsterhausen